Umzug ins EU-Ausland oder außerhalb der EU
Der Unterschied anderer Länder bei Planung, Recht und Kosten
Mit Sack und Pack Deutschland zu verlassen ist schon für sich genommen eine bedeutende Aufgabe. Was dies rein logistisch bedingt haben wir bereits in unserem Ratgeberbeitrag Umzug ins Ausland beleuchtet. Doch neben der Organisation sind viele weitere Fragen rund um Arbeit, Finanzen und Versicherungen zu klären. Dabei unterscheiden sich die Aspekte hinsichtlich Planung, Recht und Kosten danach, ob es sich um das EU-Ausland handelt oder ob das neue Leben außerhalb der Europäischen Union stattfinden wird.
Durch die Vereinbarungen des Europäischen Wirtschaftsraums sind Umzüge innerhalb der EU und vielfach innerhalb Europas heutzutage keine Besonderheit mehr. Zwar hat jeder Staat seine eigenen Bestimmungen, Steuergesetze und Sozialregelungen, doch im Grunde kann sich jeder EU-Bürger frei innerhalb der Europäischen Union bewegen und seinen Aufenthaltsort beliebig wählen. International tätige Versicherungsgesellschaften und Geldinstitute ermöglichen, dass Verträge übertragen und Bankkonten erweitert werden können.
Der Job im Ausland
Der wohl wichtigste Punkt bei einem Umzug ins Ausland betrifft die Beschäftigung, die in aller Regel ausschlaggebend für das Einkommen ist. Oftmals wird ein Fernumzug genau aus diesem Grund erforderlich: Die neue Aufgabe im Ausland. Doch wen einfach nur das Fernweh lockt, sollte sich vorab um einen neuen Job im Zielland bemühen und nicht aufs Geratewohl umziehen. Dabei sind gute Kenntnisse der jeweiligen Landessprache von Vorteil. Hierbei helfen Sprachkurse.
Wichtig zu wissen ist, dass Sie für viele Länder innerhalb und außerhalb der EU spezielle Visa beantragen müssen, die Ihren Aufenthalt regeln. Vielfach ist auch eine gesonderte Arbeitserlaubnis erforderlich, die Sie ebenfalls im Vorfeld beantragen müssen. Informationen hierzu erhalten Sie in der hiesigen Botschaft oder im Konsulat des betreffenden Landes.
Deutsches Bankkonto behalten oder Auslandskonto eröffnen?
Wenn Sie planen, Ihren Wohnsitz dauerhaft ins Ausland zu verlegen, sollten Sie auch ein neues Bankkonto im Zielland eröffnen. Das ist wichtig, damit Ihr Gehalt überwiesen und die Miete abgebucht werden kann. Dennoch ist es ratsam, das deutsche Konto nicht sofort zu kündigen, denn die Eröffnung eines neuen Kontos im Ausland kann eine Zeit dauern. Viele deutsche Banken verbinden die Weiterführung eines Girokontos jedoch mit einem Wohnsitz in Deutschland. Der Verwaltungs- und Steueraufwand ist bei Auslandstransaktionen oft zu hoch. In den AGB der Bank sind hierzu weitere Infos zu finden. Bei anderen Banken, die auch Wohnsitze im Ausland zulassen, können sich die Konditionen für Überweisungen oder zum Geldabheben ändern.
Seit 2014 gibt es im gesamten Euro-Raum das SEPA-Verfahren. Dies bezeichnet die „Single Euro Payments Area“ im einheitlichen Zahlungsverkehr. Dadurch können Sie Überweisungen und Lastschriften bequem auch aus dem Ausland tätigen, wenn das Konto in Deutschland geführt wird.
Kredite, Darlehen und Bausparverträge
Die Kündigungsfristen von Ratenkrediten, Darlehen oder Bausparverträgen können Sie den jeweiligen Verträgen entnehmen. Es ist jedoch nicht immer möglich, diese Verträge weiterzuführen, wenn Sie Ihren Wohnsitz dauerhaft ins Ausland verlegen und nicht mehr in Deutschland gemeldet sind. Das bedeutet, dass in diesem Fall die Ablösung des Darlehns fällig wird. Hier hilft ein Blick in den Vertrag. Alternativ können Sie sich direkt mit dem Kreditgeber in Verbindung setzen und die Details erfragen. Im Allgemeinen arbeiten die Banken lösungs- und kundenorientiert.
Wenn Sie einen Bausparvertrag vorzeitig kündigen möchten, müssen Sie mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen. Sind staatliche Vergünstigungen eingeflossen, verlieren Sie unter Umständen das Darlehn oder die Rückerstattung der Abschlussgebühr.
Umzug Europa: Steuern und Versicherungen
Fast jedes europäische Land hat andere Steuersätze, die höher oder niedriger als die in Deutschland üblichen Sätze ausfallen können. Dadurch verändern sich nicht nur die Lebenshaltungskosten, sondern auch Lohn- und Einkommensteuern. Zudem haben die EU-Länder und die Drittstaaten unterschiedliche Steuergesetze, die Sie unbedingt beachten sollten, wenn Sie vorhaben, im Ausland zu leben. Informieren Sie sich vorab eingehend über die Bestimmungen des jeweiligen Landes.
Weitreichende Unterschiede gibt es ebenfalls hinsichtlich der Sach- und Sozialversicherungen. Allen voran unterscheiden sich die Krankenversicherungen von Land zu Land. Bei einer Verlegung des Wohnsitzes außerhalb von Deutschland verlieren Sie automatisch die hiesige gesetzliche Krankenversicherung, da diese nicht an die Staatsangehörigkeit, sondern an den Wohnsitz gebunden ist. Unterhalten Sie eine Private Krankenversicherung, kann der Vertrag in vielen Fällen weitergeführt werden. Informationen zur Krankenversicherung bei Umzug ins EU-Ausland erhalten Sie über Ihre Versicherungsgesellschaft sowie im Internet auf der nationalen Kontaktstelle für die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung unter Eu-Patienten.de.
Bei vielen anderen Versicherungen wie Privathaftpflicht, private Unfallversicherung, Risiko-Lebensversicherung etc. können Sie die Verträge häufig fortführen, da sie oft international ausgelegt sind. Dagegen ist eine Hausratversicherung immer abhängig vom Wohnort und auf Deutschland bezogen. In anderen Ländern der EU sowie außerhalb der Staatengemeinschaft ist sie eher unbekannt.
Die Kfz-Versicherung müssen Sie ebenfalls kündigen und einen neuen Vertrag im Ausland abschließen. Ob eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse möglich ist, hängt von Land und Versicherung ab. Für diesen Zweck erhalten Sie eine Bescheinigung Ihrer bisherigen Autoversicherung. Da es sich um Jahresbeiträge handelt, sind hier Kündigungsfristen zu beachten. Anteilige Beitragsrückerstattungen sind eher die Ausnahme.
Der Umzug ins außereuropäische Land
Während sich ein Umzug innerhalb der EU noch relativ einfach bewältigen lässt, ist der Ortswechsel in ein außereuropäisches Land oft mit vielen Hürden verbunden. Wichtig hierbei ist, dass Sie frühzeitig alle erforderlichen Visa beantragen und diese bei den entsprechenden Behörden einreichen. Erst wenn Ihnen diese Dokumente vorliegen und sie genehmigt worden sind, können Sie die Vorbereitungen für den Umzug treffen. Zum Beispiel sind die Einreisebedingungen für die USA extrem streng und können langwierig sein.
Auch nach dem Umzug kommen weitere Formalitäten und Antragstellungen auf Sie zu: Versicherungen abschließen, Anmeldung der Kinder zur Schule, Bankkonto eröffnen und vieles mehr. Vielerorts benötigen Sie eine Arbeitserlaubnis und müssen Nachweise über Kranken- und weitere Sozialversicherungen erbringen. Diese sind häufig verknüpft mit dem Steuersystem des Landes. Klären Sie deshalb so früh wie möglich, welche Regelungen zu Aufenthalt, Wohnen und Arbeiten in Ihrem Zielland herrschen.
Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollten Sie sich zudem ausgiebig mit den Gepflogenheiten ihrer neuen Wahlheimat befassen. Machen Sie sich mit der Lebensweise vertraut und versuchen Sie sich daran anzupassen. Bedenken Sie auch, dass Sie mit einer längeren Eingewöhnungsphase rechnen müssen.
Umzug ins EU-Ausland Checkliste: Nutzen Sie für weitere Infos auch unsere Checkliste Auslandsumzug, die Sie gratis herunterladen können.
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