Home » Ratgeber » Als Deutscher nach Österreich auswandern – das müssen Sie beim Umzug ins Nachbarland beachten
Inhaber Michael Arndt

Michael Arndt

Geschäftsführer

Kontakt aufnehmen!

Neueste Artikel

dots gelb

Kategorien

dots gelb
dots gelb

Beim Umzug von Deutschland ins Nachbarland gibt es viel zu beachten

Auswandern nach Österreich

Wer aus Deutschland auswandern möchte, der findet im Nachbarland Österreich vielfach ähnliche Bedingungen vor, sodass die Umgewöhnung deutlich leichter fällt als anderenorts. So sind etwa die sprachlichen Barrieren gering, ebenso unterscheidet sich das Klima kaum von dem in Süddeutschland. Sogar die Währung bleibt gleich. Nicht zuletzt weist auch der Lebensstandard viele Parallelen auf. Allerdings gehört schon etwas mehr dazu, um als Deutsche/r von den Österreichern anerkannt zu werden, als nur die Sprache zu verstehen. Dennoch bildet Deutschland die größte ausländische Bevölkerungsgruppe in Österreich. Kein Wunder, denn das Alpenland hat viel Schönes zu bieten. Soll der Lebensmittelpunkt dauerhaft dorthin verlegt werden, gibt es wichtige Punkte zu beachten.

Nach Österreich auswandern: Vor- und Nachteile

Zu den größten Pluspunkten, die Österreich zu bieten hat, zählt sicher die eindrucksvolle Natur des Alpenlandes, mit majestätischen Gipfeln, kristallklaren Bergseen und ausgedehnten Wäldern. Wer es süß oder deftig mag, wird mit kulinarischen Schmankerln verwöhnt. Überdies besitzt das Nachbarland eine beispielhafte Infrastruktur und zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität mit erstklassiger medizinischer Versorgung aus. In vielen Branchen sind zudem 13. und 14. Monatsgehälter üblich, wodurch sich finanzielle Vorteile ergeben können. Arbeiten und Wohnen wird für EU-Bürger leicht gemacht.

Als nachteilig können sich die leicht erhöhen Lebenshaltungskosten auswirken, die insbesondere Lebensmittel und Dienstleistungen betreffen. Wer in den Metropolen wie Salzburg oder Wien leben möchte, muss oft mit hohen Miet- und Kaufpreisen sowie einem umkämpften Wohnraum rechnen. Weiterhin ist das österreichische Steuersystem komplex, Sozialabgaben sind höher als in Deutschland. Dazu kommt verpflichtend die NoVA-Abgabe, wenn ein Auto aus dem Ausland eingeführt wird. Erfahren Sie hierzu mehr in nächsten Absatz.

Als Deutscher nach Österreich auswandern: Fallstricke und bürokratische Hürden

Der wohl wichtigste Punkt bei einem Umzug nach Österreich ergibt sich durch die Einreise mit einem Fahrzeug, das in Deutschland erworben wurde. Auswanderer sollten ihren Pkw zügig ummelden und nicht erst noch monatelang mit deutschen Kennzeichen durchs Land fahren. Das kann hohe Strafgebühren nach sich ziehen. Die Ummeldung ist mit der Normalverbrauchsabgabe (NoVA) verbunden. Dabei handelt es sich um eine einmalig zu leistende Zulassungssteuer, die immer dann erhoben wird, wenn ein neues Kraftfahrzeug gekauft oder ein gebrauchtes Fahrzeug nach Österreich importiert wird. Die Höhe der NoVA ist abhängig vom CO2-Ausstoß des Autos. Große und stark motorisierte Fahrzeuge, wie zum Beispiel SUVs können teuer werden. Reine Elektrofahrzeuge sind hingegen von der Abgabe befreit.

Wer plant, in Österreich eine Bestandsimmobilie zu kaufen oder selbst zu bauen, sollte sich vorab bei einem Experten erkundigen, denn das Immobilienrecht weist einige Besonderheiten auf. So können regionale Bauverordnungen stark voneinander abweichen. Je nach Bundesland wird der sogenannte Grundverkehr zudem anders gehandhabt. Die jeweilige Behörde regelt, wer Immobilien, Grundstücke oder landwirtschaftliche Flächen erwerben und nutzen darf. Auf diese Weise sollen Wohnraum und Landwirtschaft ausgewogen geschützt und vor dem Ausverkauf bewahrt werden.

Sport- oder Skiunfälle sind in Österreich keine Bagatelle. Insbesondere bei der Ausübung des alpinen Sports gelten strenge Regeln. Kommt es zu einem Unfall, sollten die Namen der Unfallgegner sowie Zeugen und der Hergang genau erfasst und durch Fotos belegt werden.

Als EU-Bürger nach Österreich umziehen

Bürger aus der Europäischen Union (EU) haben es leicht, nach Österreich umzuziehen. Als Deutsche/r dürfen Sie sich drei Monate im Land aufhalten, ohne sich umzumelden. Erst mit Beginn des vierten Monats beginnt die Meldepflicht und Sie müssen eine Anmeldebescheinigung beantragen. Dazu müssen Sie jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Ist keine Arbeit geplant, müssen Sie über ausreichende Existenzmittel verfügen. Ein umfassender Krankenversicherungsschutz, der Ihre Familie einschließt, ist dabei unabdingbar und muss nachgewiesen werden.
  • Alternativ müssen Sie als Angestellte/r oder selbstständig in Österreich tätig sein.
  • Wer eine Ausbildung in Österreich absolviert, muss ebenfalls über ausreichende Existenzmittel und Krankenversicherungsschutz verfügen.
  • Haben Sie sich fünf Jahre lang in Österreich aufgehalten, können Sie unter Umständen das Recht auf Daueraufenthalt beantragen. Dazu ist unter anderem ein gesicherter Lebensunterhalt erforderlich.

Für eine Anmeldung in Österreich werden folgende Unterlagen benötigt:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Nachweis über eine Arbeit, Dienstvertrag, Steuernummer oder Gewerberegister-Auszug
  • Nachweis über ausreichende Existenzmittel (aktuelle Kontoauszüge), Bestätigung der Krankenversicherung
  • Nachweis über eine Ausbildung oder Zulassung zu einer Bildungseinrichtung inklusive Existenzmittel-Nachweis und Krankenversicherungsschutz

Wohnen und Arbeiten in Österreich

Je nachdem, ob Sie in Ballungszentren oder eher außerhalb leben möchten, kann sich die Wohnungssuche als schwierig und langwierig erweisen – insbesondere, wenn Sie aus der Ferne suchen. Hierbei kann es hilfreich sein, ein Maklerbüro in Österreich zu beauftragen und sich über dort einschlägige Internetportale wie ImmoScout24 Österreich oder Willhaben zu registrieren.

Haben Sie etwas Passendes gefunden und den Fernumzug bewältigt, müssen Sie sich kurzfristig bei der zuständigen Behörde anmelden. Achtung, die gesetzliche Meldepflicht muss innerhalb von drei Tagen nach dem Einzug erfolgen. Hierzu benötigen Sie einen ausgefüllten Meldezettel, Ihren Reisepass sowie die Geburtsurkunde.

Möchten Sie in Österreich arbeiten, so benötigen Sie im Gegensatz zu Drittstaatsangehörigen als EU-Bürger keine spezielle Arbeitserlaubnis. Sie haben freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Wenn Sie noch auf Jobsuche sind, können Sie Onlinebörsen, wie zum Beispiel den Arbeitsmarktservice Österreich (AMS) oder das Europäische Portal zur beruflichen Mobilität (EURES) nutzen. Alternativ können Sie sich über klassische Stellenangebote in örtlichen Tageszeitungen oder direkt über Firmenportale bewerben.

Krankenversicherung in Österreich: Die Unterschiede

Im Unterschied zu Deutschland können Sie Ihre Krankenversicherung in Österreich nicht frei wählen. Es wird auch nicht zwischen privater und gesetzlicher Versicherung unterschieden. Es können jedoch private Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Die zuständige Krankenkasse ist abhängig vom Wohnort und der beruflichen Tätigkeit. Bei Angestellten übernimmt der Arbeitgeber die Anmeldung, der auch die Hälfte der Beiträge zahlt, während Sie sich als Selbstständige/r eigenständig um die Anmeldung bemühen müssen.

Checkliste: Umzug von Deutschland nach Österreich

Wichtig ist zu wissen, dass Auswanderer von Deutschland nach Österreich beim Umzug für gebrauchtes Übersiedlungsgut weder Zollabgaben noch Einfuhrumsatzsteuer leisten müssen (Ausnahme Kfz, siehe oben).

Vor dem Umzug (Deutschland)

  • Alten Mietvertrag kündigen: Berücksichtigen Sie, dass Sie in aller Regel eine dreimonatige Kündigungsfrist haben und kündigen rechtzeitig, um doppelte Mietzahlungen zu vermeiden.
  • Rente: Wenn Sie Rentenempfänger sind, müssen Sie den Umzug der Deutschen Rentenversicherung melden. Der Vertrag läuft unverändert weiter.
  • Versorgungsverträge kündigen: Denken Sie rechtzeitig daran, die Verträge bei Ihren Energieversorgern (Strom, Gas, Wasser) zu kündigen. Das gilt ebenfalls für andere Verträge wie Internet, Festnetz, Fitnessstudio und Abos.
  • Postnachsendeauftrag: Richten Sie bei der Deutschen Post/DHL und ggf. anderen Dienstleistern einen internationalen Nachsendeauftrag ein.
  • Autoexport: Bedenken Sie, dass Sie bei einem Export Ihres Fahrzeugs NoVA leisten müssen und dass Versicherungsbeiträge steigen können. Prüfen Sie daher, ob sich der Autoexport lohnt.
  • Wohnsitz abmelden. Ihren Wohnsitz in Deutschland können Sie frühestens drei Tage vor dem Auszug abmelden. Zuständig ist das örtliche Einwohnermeldeamt oder Bürgerbüro.

Nach der Ankunft in Österreich

  • Neuen Wohnsitz anmelden: Sie müssen sich innerhalb von drei Tagen nach dem Einzug beim ansässigen Meldeamt anmelden. Zuständig ist das Gemeindeamt oder Magistrat, das den offiziellen Meldezettel ausstellt.
  • Krankenversicherung: Die Sozialversicherungsträger in Österreich weisen Ihnen eine Krankenkasse für Ihre Region zu. Sie erhalten die e-card (vergleichbar mit der Krankenkassenkarte in Deutschland). Achtung, hierfür benötigen Sie ein Lichtbild!
  • Bankkonto eröffnen: Mit Ausweis und Meldezettel können Sie ein Bankkonto in Österreich eröffnen.
  • Kfz-Anmeldung: Nach der Überführung Ihres Pkw müssen Sie das Fahrzeug innerhalb eines Monats in Österreich anmelden. Dazu muss der CO2-Wert für die NoVa ermittelt werden.
  • Anmeldebescheinigung beantragen: Als EU-Bürger müssen Sie ab dem vierten Monat eine Anmeldebescheinigung bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde anfordern. Erforderliche Unterlagen: Meldezettel, Arbeitsvertrag oder Nachweis der Existenzmittel, Nachweis der Krankenversicherung.
  • Ummeldung Führerschein: Ihr EU-Führerschein ist auch in Österreich gültig, daher ist eine Ummeldung meist freiwillig. Auf Wunsch ist die Ummeldung innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Einzug möglich.

Fazit: Die Profis von Arndt kennen sich auch in Österreich aus

Im Grunde ist es kein großer Schritt, als Deutsche/r nach Österreich auszuwandern. Der direkte Nachbar ist uns sehr ähnlich und es gibt nur wenige Besonderheiten zu beachten. Machen Sie sich bereits im Vorfeld mit Land und Leuten vertraut – umso leichter fällt die Anpassung. Damit ihr Umzug von Deutschland nach Österreich möglichst stressfrei abläuft, brauchen Sie ein professionelles Logistikunternehmen wie die Arndt Umzug & Logistik GmbH aus Arnsberg an Ihrer Seite. Wir sind mit kostengünstigen grenzüberschreitenden Beiladungen und Komplettumzügen ins Ausland bestens vertraut. Ganz gleich, ob es um Halteverbotszonen in der Metropole Wien geht, die Besonderheiten in den Bergregionen oder die Regelung beim Versicherungsschutz – auf unsere Expertise können Sie sich jederzeit verlassen. Gerne erstellen wir Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot, um Ihr Hab‘ und Gut sicher nach Österreich zu transportieren.

02937 82 98 847
Online Angebot
dots gelb

FAQs: Häufig gestellte Fragen für den Umzug nach Österreich

Sie können als deutscher Bürger dauerhaft in Österreich leben. In den ersten drei Monaten können Sie sich ohne behördliche Anmeldung im Nachbarland aufhalten. Ab dem vierten Monat müssen Sie verpflichtend eine Anmeldebescheinigung beantragen. Der Meldezettel ermöglicht Ihnen die Anmietung einer Wohnung oder die Eröffnung eines Bankkontos.
Bei einem temporären Aufenthalt für drei Monate erhalten Sie unverändert Ihre Bezüge. Der Deutsche Rentenbund überweist die Rente auf Ihr Wunschkonto. Teilen Sie es dem Renten Service der Deutschen Post AG baldmöglichst mit. Bei einem dauerhaften Wohnsitzwechsel nach Österreich erhalten Sie ebenfalls Ihre volle Rente, da es sich um ein EU-Land handelt, mit dem Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat.
Auch bei längeren Aufenthalten in Österreich bleibt der gesetzliche Krankenversicherungsschutz bestehen. Erst wenn Sie Ihren Wohnsitz dauerhaft nach Österreich verlegt haben und sich dort angemeldet haben, müssen Sie in eine österreichische Krankenkasse eintreten. Davon ausgenommen sind Rentner, hier greift weiterhin die deutsche Krankenversicherung.
Sie behalten Ihre deutsche Staatsbürgerschaft, auch wenn Sie in Österreich leben. Sofern Sie noch einen Wohnsitz in Deutschland unterhalten und dort ebenfalls gemeldet sind, unterliegen Sie jedoch weiterhin der deutschen Steuerpflicht sowie der österreichischen.